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Biker welcome...

Okay, als Harley-Davidson Fahrer und zugleich als HOG- member gehöre ich
zwar einer oft belächelten Organisation von Motorradfahrern an,
fühle mich aber in erster Linie als "Biker".

So finde ich es auch vollkommen lächerlich, unter Fuzzis, Rechtsanwälten,
Reiskörnern, Rockern oder "Rockern", Hardcore- Fahrern, Weicheiern oder Ähnlichem zu unterscheiden.

Schließlich fuhr ich vor meiner Harley-Davidson auch diverse japanische Maschinen und ich fahre genauso gerne allein, wie zu zweit oder in einer großen Gruppe - und das unabhängig von irgendwelchen "Saisons" oder Marken.

Sogar was meine Zugehörigkeit zu einem Chapter angeht, fühle ich mich etwas wie ein Wahl-Amerikaner: So trage ich einen Patch des
"New York City" - Chapters, den mir dessen Director Vinnie Cerroni vermacht hat.

Immerhin ein ziemlich seltener Ehr- und Vertrauensbeweis!
Aber genau darauf kommt es doch an:
Irgendwo in der Welt Biker zu treffen und willkommen zu sein.

Für mich sind alle Biker "Brothers on the road" denn Eines verbindet uns
Motorradfahrer ohnehin zu einer riesigen Familie:

Two wheels

Deswegen meine ich mit "Biker welcome"

ALLE Biker!


Die Farben

Die Weste, die so genannten "colors", der Chapter- Patch, der "Rocker", oder
wie Ihr es auch immer nennen wollt, haben mir schon viele Türen geöffnet und mir Begegnungen sowie Kontakte ermöglicht, an die ich in verschiedensten Situationen nicht geglaubt hätte.


Gerade in den Vereinigten Staaten - in Motels, Shops oder sogar auf Flughäfen
- sprachen mich unterschiedlichste Menschen an, da sie mich schnell als Biker erkannten und ein Interesse am Motorradfahren und an Motorradfahrern zeigten.

Viele davon schön fortgeschrittenen Alters und ebenso viele Nicht- Motorradfahrer.

Motorradfahren scheint eben ein immer andauernder Boom zu sein, der zumindest eine gewisse Freiheit bringt.




11.09.2001 Sich mit dem Motorrad zu identifizieren, ist sicherlich ein wichtiger
Gesichtspunkt eines jeden Bikers. Wie deutlich man damit in verschiedensten Situationen Stellung beziehen kann, lasst mich durch einem bestimmten Vorgang veranschaulichen:

Nach dem Anschlag vom 11.09.2001 auf das WTC in New York City, war ich bestimmt genauso desorientiert rat - und machtlos, wie die meisten Menschen auf der Welt.

Da New York City - bis heute - meine Lieblingsstadt ist, war ich doppelt berührt und zornig.

Ich konnte nichts Anderes tun, als meine Solidarität zu zeigen (nicht mit den Amerikanern an sich, sondern mit den New Yorkern):

Kurzerhand lackierte ich meine damalige Maschine,
eine Yamaha "Virago" (!) komplett in "Star' s and Stripes".





A short NYC- Story.

In Manhattan angekommen, rief ich Karen vom NYC- Chapter an.
Sie lud uns zum Frühstück für den kommenden Sonntag ein.
Treffen in Queens morgens um 8:00 Uhr.
Pünktlich standen wir zu dritt vor dem "Diners" - dem Treffpunkt der New Yorker.

Nach und nach fuhren die Harley auf den Parkplatz und Vinnie, der Direktor, fragte nur nach den "German boys".

Schnell waren wir von freundlichen und neugierigen Harley-Fahrern umringt.
Der "Westfalen- Mitte- Germany" -Patch auf meinem Rücken war für sie
scheinbar das Interessanteste, denn Besuch von einem Chapter- member
aus Deutschland hatten sie wohl noch nie.

Das gigantische typische amerikanische Frühstück war noch nicht wirklich mein
Ding, aber die Gespräche kreuz und quer über den langen Tisch waren
ungezwungen und durchaus interessant.
Keinen der Jungs störte die Tatsache, dass Dennis - einer meiner Begleiter-
überhaupt noch nie auf einem Bike gesessen hatte, noch war es ein Problem,
dass Zachi überzeugter Aprilia-Fahrer war (und ist).

Im Gegenteil - es lief, als wären wir alle alte Bekannte.

Nach dem Frühstück wurden Fotos geschossen, patches und pins getauscht,
sowie Visitenkarten ausgegeben. ("Angeberkärtchen" hat eben jeder)

Spontan entschlossen sich die New Yorker dann, uns noch eine Eskorte durch
Queens zu geben. Mit dem "New York City Chapter" durch New York City
eine Fahrt, die ich bestimmt noch einmal wiederholen werde, wenn ich das
nächste Mal in dieser Stadt bin. Schließlich freue ich mich, dass ich mit einigen
Jungs inzwischen einen sehr regen Kontakt habe.



Ride safe, friends from New York City !